Erdkeller bzw. Erdmiete selber bauen

Immer wieder kommt es vor, dass die Ernte im Garten wesentlich mehr hergibt, als verarbeitet werden kann. Während Obst meist in Stiegen auf dem kühlen Dachboden oder im Keller gelagert wird, gibt es für Gemüse noch eine weitere Möglichkeit – die Erdmiete bzw. den Erdkeller.

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Welche Materialien werden für die Anlage einer Erdmiete benötigt?

Zuerst einmal benötigen Sie natürlich Hacke und Spaten, um den Bodenaushub vorzunehmen. Dieser sollte etwa 40 bis 50 Zentimeter tief erfolgen. Weiterhin benötigen Sie

  • Hasenzaun bzw. Wühlmauszaun (unverzinktes Drahtgeflecht),
  • Zinkbehälter bzw. Zinkwanne (wenn möglich mit Deckel),
  • Bodenflies,
  • Stroh,
  • Holz,
  • Reißig,
  • Kies bzw. Sand,
  • eventuell alten Hochbeetkasten.

Besitzen Sie bereits ein Hochbeet, so können Sie dieses – sofern nicht bereits erfolgt, mit einem Wühlmausschutz versehen und hierin das Gemüse einlagern.

Vorgehensweise

Gehen Sie bei der Anlage der Erdmiete folgendermaßen vor:

1. Nachdem Sie den Boden ausgehoben haben, legen Sie den Wühlmausschutz aus. Geben Sie hierauf eine Schicht Sand oder Kies, legen dann die erste Schicht Gemüse aus, verfüllen die Zwischenräume mit Sand und geben auf das Gemüse eine weitere Sand- oder Kiesschicht. Als nächstes folgt eine Schicht Gemüse, dann wieder Sand bzw. Kies. Obenauf legen Sie eine dicke Schicht Stroh, die dann wiederum mit Holzlatten abgedeckt wird. Auf diese können Sie beispielsweise Laub oder Reißig aufbringen.

2. Sind Sie im Besitz einer Zinkwanne, so können Sie diese ebenfalls als Erdmiete nutzen. Bohren Sie dazu in die Unterseite und in die Wände einige kleine Löcher, die der Drainage dienen und streuen dann eine etwa 10 Zentimeter dicke Schicht Sand ein. Hierauf legen Sie dann eine Schicht Gemüse und verfahren genauso weiter, wie unter Punkt 1 beschrieben.

3. Wer einen größeren Lagerplatz benötigt, kann auch eine Art Tunnel ausgraben, der dann wiederum mit Holz verschlagen wird. Auch hier sollte eine dicke Schicht Kies ausgebracht werden, der der Drainage dient. In diesem Tunnel können Sie das Gemüse in Kunststoffkisten lagern. Für die Abdeckung verwenden Sie starke Holzbretter, die mit Stroh und einer Abdeckfolie gedämmt sind.

Für welche Gemüsesorten eignet sich ein Erdkeller?

Erdkeller wurden auch früher schon für die Lagerung von Gemüse genutzt. Hierin können beispielsweise

  • Kartoffeln,
  • verschiedene Kohlsorten (Weißkohl, Rotkohl, Rosenkohl),
  • Rote Beete,
  • Rüben,
  • Kohlrabi,
  • Möhren bzw. Karotten

gelagert werden. Eine gemeinsame Lagerung mit Äpfeln ist hingegen nicht möglich. Diese sondern Gase ab, die zu einer frühzeitigeren Reifung der Früchte und somit zum Verderben führen.

Bei der Roten Beete und den Möhren sollten die grünen Triebe entfernt werden, bei Kohlköpfen die Außenblätter. Generell sollte das Gemüse ungewaschen eingelagert werden.

Das sollten Sie beachten

Besonders an wärmeren Tagen ist darauf zu achten, dass die Erdmiete regelmäßig gelüftet wird. Ansonsten kann es durch die höhere Sonneneinstrahlung ebenfalls zum Verderben des Gemüses kommen.

Lagern Sie nur gesundes Gemüse ein. Befindet sich an einer Knolle oder einem Kohlkopf schadhafte Stellen, muss das Stück aussortiert bzw. darf gar nicht erst eingelagert werden. Verarbeiten Sie dieses Gemüse sofort oder geben es beispielsweise zum Tierfutter oder auf den Kompost.

Legen Sie die Erdmiete in unmittelbarer Nähe zum Haus an. So ersparen Sie sich nicht nur – im eventuell verschneiten Garten – weite Wege, sondern das Gemüse profitiert auch von der vom Haus abgestrahlten Wärme. Gut geschützt, wird es auch die Frostperiode gut überstehen, sofern Sie es nicht vorher verbraucht haben.

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