Was beim Brunnenbau beachtet werden sollte

Gartenbrunnen
Gartenbrunnen (Vanessa Kulpa / pixelio.de)

Als Haus- und Gartenbesitzer kann man teure Trink- und Abwassergebühren sparen, indem man Grundwasser für die Bewässerung von Beeten und Rasen nutzt. Doch diese Rechnung geht nicht immer auf. Deshalb erklärt Brunnenbau-Meister Detlef Noack vom Unternehmen HSB Noack in diesem Artikel, was beim Brunnenbau beachtet werden sollte und gibt wertvolle Tipps für den eigenen Brunnen.

Gartenbrunnen
Gartenbrunnen (Vanessa Kulpa / pixelio.de)

Auch wenn die potentielle Ersparnis an Wasserkosten durch einen Brunnen im Garten zunächst sehr verlockend ist, so darf man den Anschaffungspreis dafür nicht aus den Augen verlieren. Die Kosten für einen Brunnen sind zwar einmalig, aber je nach Brunnentyp nicht ganz unerheblich. Geringe Betriebskosten entstehen lediglich durch den Stromverbrauch der Brunnenpumpe, zumindest wenn sich nicht für den Handbetrieb durch eine Schwengelpumpe entschieden wird.

Wann ist die Investition sinnvoll?

Wer sich also tatsächlich einen Brunnen zulegen möchte, beginnt am besten nicht mit Erd-, sondern mit Rechenaufgaben. Denn zuerst sollte man sich fragen, wozu man das Grundwasser überhaupt braucht. Will man nur einige Beete und Rabatten bewässern oder kommen noch größere Rasenflächen hinzu, welche in den Sommermonaten gerne mal etwas durstiger sind? Vielleicht überlegt man ja auch, die Toilettenspülung mit Grundwasser zu betreiben? Errechnet man aus Verbrauch und Trinkwasserpreis, der zu erwartenden Lebenszeit des Brunnens sowie den Anschaffungs- und Betriebskosten eine Ersparnis, dann macht der Brunnenbau im eigenen Garten Sinn. Als Grundlage für diese Berechnungen bieten sich die beiden häufigsten Brunnentypen an: Bohrbrunnen und Rammbrunnen. Letztlich fördern beide Wasser aus der Erde, dennoch gibt es nicht ganz unwesentliche Unterschiede.

Welcher Brunnen für welche Bedürfnisse?

Der Bohrbrunnen ist die kostenintensivere Variante. Wenn beim Brunnenbau keine Komplikationen im Erdreich durch Lehmschichten oder größere Steine entstehen und aufgrund eines hohen Grundwasserstandes nicht zu tief gebohrt werden muss, beginnen die Kosten für einen Bohrbrunnen im oberen dreistelligen Bereich. Dafür bekommt man aber einen Brunnen, mit dem man mehrere Jahrzehnte zuverlässig größere Wassermengen fördern kann. Bei fachmännisch gebohrten Brunnen ist eine Lebensdauer von 20-30 Jahren keine Seltenheit.

Der Rammbrunnen ist die günstige Variante und durchaus auch zum Eigenbau geeignet. Mit etwas handwerklichem Geschick und für Kosten im unteren dreistelligen Bereich, kann man sich das kühle Nass auf eigene Faust in den Garten holen. Dabei darf der Grundwasserstand nicht zu niedrig sein, denn ab einer Tiefe von 7 Metern ist bei diesem Brunnentyp keine zuverlässige Wasserförderung mehr möglich. Generell haben Rammbrunnen eine geringe Lebensdauer und müssen alle paar Jahre erneuert, also neu gebohrt werden. Wie viele Jahre das sind, hängt von der Intensität der Wasserentnahme ab. Denn Rammbrunnen setzen sich bei zu hoher Entnahme schnell zu, wodurch die Lebensdauer drastisch verringert wird.

Verbraucht mal also viel Wasser in seinem Garten, lohnt sich aufgrund der hohen Lebensdauer die Investition in einen Bohrbrunnen. Bei kleineren Gärten mit eher niedrigem Wasserbedarf ist zur Bewässerung der Pflanzen meist ein Rammbrunnen ausreichend. Außerdem ist eine Schwengelpumpe zur Wasserförderung auf einem Rammbrunnen durchaus auch ein reizvolles dekoratives Element für jeden Garten. Auf brunnen-bohren.info kann man sich noch weiter in dieses Thema einlesen und findet dort z.B. auch nähere Informationen zum Anlegen eines Rammbrunnens.

Natürliche und bürokratische Stolpersteine beachten!

Natürlich kann es beim Brunnenbau auch zu Komplikationen kommen. Wie es um das Erdreich und den Grundwasserstand unter dem eigenen Grundstück bestellt ist, können Sie schnell und unkompliziert in der Nachbarschaft erfragen. Darüber hinaus ist das Wasserwirtschaftsamt eine wichtige Anlaufstellen für derartige Informationen. Wer aber lieber auf Nummer sicher gehen will, kann sich auch ein Bodengutachten erstellen lassen. Das wiederum kostet natürlich extra und ist prinzipiell nur empfehlenswert, wenn man sich einen Bohrbrunnen anschaffen will.

Zuletzt noch ein wichtiger Hinweis: Einfach einen Brunnen zu bohren ist nicht erlaubt sondern erfordert eine Genehmigung. Die Regelungen hierfür sind jedoch von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich. Über die rechtlichen Voraussetzungen informiert man sich am besten bei diesen Institutionen: örtliche Gemeinden, Landratsamt, Umweltamt oder Wasserwirtschaftsamt.

4 Kommentare

  1. Tolle Idee, das Grundwasser als Bewässerung für den Rasen zu nutzen.

    Da mein Freund und ich diesen Sommer unseren Garten komplett umbauen möchten, möchten wir einen Brunnen dazu bauen lassen. Somit bekommt der ganze Garten noch eine entspannte Atmosphäre.

  2. Danke für den informativen Artikel bzgl. des Brunnenbaus. Ich plane einen Nutzwasserbrunnen zu bauen, weiß aber noch nicht wie ich dabei vorgehen soll. Sie erwähnen bürokratische Stolpersteine. Ich kann mir in der Tat vorstellen, dass ich zunächst einiges mit Nachbarn und einem Bezirksamt klären muss. Aber wenn das alles klappt, dann könnte ich in meinem Gartenhaus auch über längere Zeit wohnen.

  3. Ich plane einen Brunnen in meinen Garten zu bauen. Da dafür selbstversändlich in das Grundwasser eingegriffen wird, gibt es einige Dinge zu klären. Dazu zählt ein evtl. Wassereinbruch. Um dies zu vermeiden habe ich bisher öfter gelesen, dass Injektionsharze dabei eine große Rolle spielen.

  4. In unseren neuen Garten soll auf jeden Fall ein Brunnen. Am besten gefällt mir die Idee einen kleinen Gartenbrunnen zu haben um so das Wasser für das Blumen gießen zu bekommen. Ich denke ich werde mich für einen Rammbrunnen entscheiden, da dieser auch zum Eigenbau geeignet ist. Mein Mann liebt es solche Sachen selbst zu bauen.

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